
Küken füttern: Das richtige Futter für jede Wachstumsphase
Kükenstarter, Aufzuchtfutter, Junghennenfutter: So fütterst du deine Küken vom Schlupf bis zur Junghenne richtig – inklusive Wasser, Grit und häufigen Fehlern.
Die ersten Lebenswochen sind entscheidend für die Entwicklung deiner Küken. Mit dem richtigen Futter in der passenden Wachstumsphase legst du den Grundstein für gesunde, vitale Hühner. Hier erfährst du, was Küken vom Schlupf bis zur Junghenne brauchen – und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.
Die ersten 24–48 Stunden
Frisch geschlüpfte Küken müssen nicht sofort fressen. Kurz vor dem Schlupf haben sie den Dottersack aufgenommen, der sie für die ersten 24–48 Stunden mit Nährstoffen versorgt.
Wasser ist dagegen sofort wichtig: Biete lauwarmes, frisches Wasser in einer flachen Kükentränke an. Wichtig ist, dass die Tränke so flach ist, dass kein Küken hineinfallen und ertrinken kann – eine spezielle Nippel- oder Stülptränke ist ideal:

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Tipp: Ein paar Murmeln oder saubere Steine in eine flache Schale legen – so trinken die Küken, fallen aber nicht hinein.

Die Futterphasen im Überblick
Phase 1: Kükenstarter (Woche 1 bis ca. 6–8)
Kükenstarterfutter ist genau auf den hohen Nährstoffbedarf der ersten Wochen abgestimmt:
- Rohprotein: 20–22 % – Küken wachsen extrem schnell und brauchen viel Eiweiß
- Körnung: sehr fein gemahlen oder krümelig, damit die winzigen Schnäbel es aufnehmen können
- Kokzidiostatikum: Viele Starterfutter enthalten einen Kokzidioseschutz – sinnvoll bei Bodenaufzucht
- Menge: in der ersten Woche etwa 15–35 g pro Küken und Tag, danach steigend
- Fütterung: anfangs 5–7 kleine Portionen über den Tag, immer frisch

Phase 2: Aufzuchtfutter (ca. Woche 6–8 bis 18–20)
Nach dem Starter kommt ein Aufzucht- bzw. Junghennenfutter mit etwas weniger Protein (ca. 16–18 %) und gröberer Körnung. Es begleitet die Jungtiere bis kurz vor die Legereife.
Phase 3: Legehennenfutter (ab ca. 18–20 Woche)
Erst wenn die Junghennen in die Legereife kommen (ab etwa der 18.–20. Woche), stellst du auf Legehennenfutter um. Das enthält deutlich mehr Kalzium für die Eierschalen.
⚠️ Der wichtigste Fehler: kein Legemehl für Küken!
Gib Küken niemals normales Legemehl oder Legekorn. Der hohe Kalziumgehalt von Legefutter kann die noch unreifen Nieren der Küken schädigen und zu bleibenden Schäden führen. Küken brauchen kalziumarmes, eiweißreiches Kükenfutter – Kalzium erst mit Beginn der Legereife.
Ebenso ungeeignet: reines Getreide/Weizenschrot – es liefert Küken nicht genug Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß.
Wasser und Grit nicht vergessen
- Wasser: immer frisch und sauber, mehrmals täglich wechseln. Verschmutztes Wasser ist eine der häufigsten Infektionsquellen.
- Grit: Sobald Küken mehr als nur feines Starterfutter fressen, brauchen sie feinen Grit (Sand-/Muschelgrit-Gemisch). Diese kleinen Steinchen zerkleinern das Futter im Muskelmagen – ohne Grit können Küken gröbere Nahrung nicht verdauen.
Vorsicht mit Leckerlis
Kleine Extras (fein geriebene Karotten, etwas hartgekochtes Ei) sind ab der 3.–4. Woche in Maßen okay – aber nur als Ergänzung. In den ersten Wochen muss spezielles Kükenfutter die klare Basis bleiben, sonst fehlen wichtige Nährstoffe.
Häufige Fehler bei der Kükenfütterung
- Legemehl statt Kükenfutter (Kalzium-Überschuss – siehe oben)
- Zu tiefe Tränke – Ertrinkungsgefahr
- Zu früh zu viele Leckerlis – verwässert die Nährstoffversorgung
- Kein Grit – Verdauungsprobleme
- Verschmutztes Futter/Wasser – Infektionsgefahr (Kokzidiose)
Vom Küken zur Junghenne: der Futterplan auf einen Blick
- Woche 1 bis 6–8: Kükenstarter (20–22 % Protein, fein/krümelig)
- Woche 6–8 bis 18–20: Aufzucht-/Junghennenfutter (16–18 % Protein)
- ab Woche 18–20: Legehennenfutter (mehr Kalzium, bei Legebeginn)
Wichtig: Wechsle zwischen den Phasen schrittweise – mische das neue Futter über einige Tage unter das alte, damit sich die Verdauung anpassen kann.
Wärme beeinflusst den Appetit
Küken fressen nur gut, wenn ihnen warm genug ist. In der ersten Woche brauchen sie rund 32–35 °C unter der Wärmequelle, danach jede Woche etwa 2–3 °C weniger. Zu kalte Küken drängen sich piepsend unter der Lampe zusammen und fressen schlecht; zu heiße meiden die Wärmequelle und hecheln. Beobachte das Verhalten – es sagt dir mehr als das Thermometer.
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Kükenfutter selber mischen? Besser nicht
Anders als bei erwachsenen Hühnern ist von selbst gemischtem Kükenfutter klar abzuraten. Der Nährstoffbedarf junger Küken ist sehr präzise: hoher, hochwertiger Proteinanteil, genau abgestimmte Aminosäuren (v. a. Methionin und Lysin) sowie Vitamine und Spurenelemente in der richtigen Menge.
Fertiger Kükenstarter trifft diese Werte zuverlässig. Ein selbst zusammengestelltes Futter aus Getreide und Resten führt dagegen schnell zu Mangelerscheinungen, Wachstumsstörungen oder Beinschwäche – Fehler, die sich in den ersten Wochen kaum wieder aufholen lassen.
Beim Nachwuchs gilt deshalb: Spare nicht am Futter. Erst wenn aus den Küken kräftige Junghennen geworden sind, kannst du wie bei den Großen über eigene Mischungen nachdenken – siehe selbstgemachtes Hühnerfutter.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann fressen Küken das erste Mal?
Meist ab dem ersten Tag, spätestens nach 24–48 Stunden, wenn der Dottersack aufgebraucht ist. Wasser sollte aber von Anfang an bereitstehen.
Wie lange bekommen Küken Kükenstarter?
In der Regel die ersten 6–8 Wochen. Danach folgt ein Aufzucht-/Junghennenfutter, und erst ab der Legereife (ca. 18.–20. Woche) das Legehennenfutter.
Darf ich Küken Legemehl geben?
Nein. Der hohe Kalziumgehalt von Legemehl kann die Nieren junger Küken schädigen. Küken brauchen spezielles, eiweißreiches und kalziumarmes Kükenfutter.
Brauchen Küken Grit?
Ja, sobald sie mehr als feines Starterfutter fressen. Feiner Grit hilft, die Nahrung im Muskelmagen zu zerkleinern. Ohne Grit können Küken gröbere Körner nicht verdauen.
Wie oft muss ich Küken füttern?
In den ersten Wochen sollte immer Futter verfügbar sein – am besten in mehreren kleinen Portionen über den Tag (5–7×). Wichtig ist, dass das Futter stets frisch und sauber ist.
Wie lange müssen Küken Kükenfutter bekommen?
In den ersten sechs bis acht Wochen bekommen Küken Kükenstarter, danach bis zur Legereife (etwa 18–20 Wochen) ein Aufzuchtfutter mit weniger Eiweiß. Erst wenn die ersten Eier kommen, wird auf Legehennenfutter umgestellt. Zu früh gefüttertes Legemehl belastet die Nieren der Jungtiere.
Fazit
Die richtige Kükenfütterung ist keine Zauberei: Kükenstarter (Woche 1–6/8) → Aufzuchtfutter → Legehennenfutter ab der Legereife. Dazu immer frisches Wasser in einer flachen Tränke und Grit für die Verdauung. Der wichtigste Merksatz: kein Legemehl für Küken. Wer diese Phasen beachtet, zieht robuste, gesunde Junghennen groß.
Küken schlüpfen lassen: Kunstbrut & Naturbrut →
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