
Wyandotte-Hühner: Die prachtvolle Zweinutzungsrasse
Wyandotten sind hübsch, robust und gute Leger. Alles über Haltung, Charakter und die vielen Farbschläge dieser Rasse.
Wyandotte-Hühner: Die prachtvolle Zweinutzungsrasse
Die Wyandotte ist eine der beliebtesten Hühnerrassen weltweit – und das zu Recht. Mit ihrem prächtigen Gefieder, dem ruhigen Charakter und der guten Legeleistung vereint sie alles, was Hobbyhalter sich wünschen.
Steckbrief
| Merkmal | Details |
|---------|---------|
| Herkunft | USA (1870er Jahre) |
| Gewicht Henne | 2,5–3,0 kg |
| Gewicht Hahn | 3,4–3,8 kg |
| Legeleistung | 180–200 Eier/Jahr |
| Eigewicht | 55–60 g |
| Eierfarbe | Gelbbraun |
| Kammform | Rosenkamm |
| Charakter | Ruhig, zutraulich, freundlich |
| Bruteigenschaften | Gute bis sehr gute Glucken |
| Zwergform | Ja (Zwerg-Wyandotte) |
Herkunft und Geschichte
Die Wyandotte entstand in den 1870er Jahren in den USA, benannt nach dem indigenen Volk der Wyandot. Die Rasse wurde aus Kreuzungen von Cochins, Brahmas und anderen asiatischen Rassen entwickelt. Die erste anerkannte Farbvariante war die Silber-Wyandotte (Silver Laced) im Jahr 1883.
Zuchtziel war von Anfang an ein robustes Zweinutzungshuhn für die amerikanischen Winter: gute Legeleistung auch bei Kälte und ausreichend Fleischansatz.
Charakter und Verhalten
Wyandotten gehören zu den umgänglichsten Hühnerrassen überhaupt:
- Ruhig und gelassen – selten nervös oder schreckhaft
- Zutraulich – gewöhnen sich schnell an den Menschen und lassen sich oft aus der Hand füttern
- Sozial – verstehen sich gut mit anderen Rassen in einer gemischten Herde
- Nicht flugfreudig – ein Zaun von 100–120 cm reicht in der Regel aus
- Gute Glucken – Wyandotte-Hennen werden häufig brütig und sind zuverlässige Mütter
Das macht sie zu einer idealen Rasse für Anfänger und Familien mit Kindern.
Legeleistung
Mit 180–200 Eiern pro Jahr zählen Wyandotten zu den soliden Legern unter den Rassehühnern.
- Eierfarbe: Gelbbraun bis cremefarben
- Eigewicht: 55–60 g (Klasse M)
- Gute Winterleger dank des Rosenkamms (weniger frostanfällig als Stehkämme)
- Die Legeleistung bleibt über mehrere Jahre relativ stabil – anders als bei Hybridhühnern, die nach 2 Jahren stark nachlassen
Die Farbschläge
Ein Highlight der Wyandotte: Es gibt über 30 anerkannte Farbschläge. Die beliebtesten:
Silber-Schwarzgesäumt (Silver Laced)
Der Klassiker – weißes Gefieder mit schwarzer Säumung. Jede Feder hat einen schwarzen Rand, was ein faszinierendes Muster ergibt.
Gold-Schwarzgesäumt (Golden Laced)
Goldbraunes Gefieder mit schwarzer Säumung – besonders bei Sonnenlicht ein echter Hingucker.
Weiß
Reinweiß, schlicht und elegant. Die weiße Wyandotte war lange die bevorzugte Wirtschaftsvariante.
Schwarz
Tiefschwarzes, grün schimmerndes Gefieder. Schlicht, aber beeindruckend.
Blau-Gesäumt
Blaues (taubenblaues) Gefieder mit dunklerer Säumung. Selten und begehrt.
Rebhuhnfarbig
Hennen in warmem Braun, Hähne mit prächtigem Farbspiel aus Schwarz, Rot und Gold.
Columbiaweiß
Weißer Körper mit schwarzem Halsring und schwarzen Schwanzfedern – ähnlich dem Brahma-Farbschlag.
Haltung
Platzbedarf
- Im Stall: 0,4–0,5 m² pro Tier (mindestens)
- Auslauf: 8–10 m² pro Tier empfohlen
Winterhärte
Wyandotten sind dank ihres Rosenkamms und dichten Gefieders ausgezeichnet winterhart. Der Rosenkamm liegt flach am Kopf an und ist deutlich weniger frostanfällig als ein Stehkamm. In strengen Wintern ist daher kein beheizter Stall nötig – einen trockenen, zugfreien Stall vorausgesetzt.
Mehr über Hühnerhaltung im Winter →
Fütterung
Standard-Legemehl mit 16–18 % Protein ist ideal. Wyandotten neigen bei zu viel Futter zur Verfettung – besonders im Winter bei weniger Auslauf. Achte auf die richtige Futtermenge (ca. 120–130 g pro Tier/Tag).
Zwerg-Wyandotte
Die Zwerg-Wyandotte ist die beliebteste Zwerghühnerrasse in Deutschland:
- Gewicht: Henne 1,0 kg, Hahn 1,3 kg
- Legeleistung: 150–180 Eier/Jahr
- Eigewicht: 35–40 g
- Ideal für kleinere Gärten und Halter mit begrenztem Platz
- Ebenfalls in vielen Farbschlägen erhältlich
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind Wyandotten für Anfänger geeignet?
Ja, Wyandotten gehören zu den am besten geeigneten Rassen für Anfänger. Sie sind robust, ruhig, pflegeleicht und kommen gut mit dem deutschen Klima zurecht. Ihre Zutraulichkeit macht sie auch zu guten Familienhühnern.
Wie laut sind Wyandotten?
Im Vergleich zu leichteren Mittelmeerrassen (Leghorn, Italiener) sind Wyandotten eher ruhig. Die Hennen gackern nach dem Eierlegen und bei Aufregung, sind aber insgesamt nachbarschaftsfreundlich. Hähne krähen natürlich – das ist rasseunabhängig.
Werden Wyandotten häufig brütig?
Ja, Wyandotten-Hennen werden relativ häufig brütig. Für Halter, die Küken ausbrüten wollen, ist das ein Vorteil – Wyandotten sind zuverlässige Glucken. Wenn du keine Brut möchtest, musst du brütige Hennen konsequent aus dem Nest nehmen.
Fazit
Die Wyandotte vereint Schönheit, Leistung und Unkompliziertheit. Ob als Anfängerhuhn oder als Ausstellungstier – mit einer Wyandotte machst du selten etwas falsch. Die Vielfalt an Farbschlägen macht sie zusätzlich zu einer der optisch interessantesten Rassen.
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