
Eier verkaufen: Rechtliche Vorschriften in Deutschland
Du hast mehr Eier, als du selbst brauchst? Was du beachten musst, wenn du Hühnereier verkaufen willst.
Eier verkaufen: Was du als Hühnerhalter wissen musst
Wer ein paar Hühner im Garten hält, hat schnell mehr Eier, als die Familie verbraucht. Darf man die einfach verkaufen? Grundsätzlich ja – aber es gibt einige Regeln zu beachten.
Direktvermarktung ab Hof: Die einfachste Variante
Für die Direktvermarktung ab Hof (also den Verkauf direkt von deinem Grundstück an Endverbraucher) gelten vereinfachte Regeln:
Voraussetzungen
- Registrierung als Erzeugerbetrieb beim zuständigen Veterinäramt (Pflicht!)
- Legebetriebsnummer wird vom Veterinäramt vergeben
- Du verkaufst die Eier direkt an den Endverbraucher (nicht an Geschäfte)
- Der Verkauf erfolgt am Ort der Erzeugung oder auf einem lokalen öffentlichen Markt in der Region
Was gilt beim Verkauf ab Hof?
Beim Verkauf am eigenen Hof oder an der Haustür an Endverbraucher:
- Keine Kennzeichnungspflicht (kein Stempel auf dem Ei)
- Keine Gewichtsklassensortierung nötig
- Keine Güteklasseneinteilung nötig
- Mindesthaltbarkeitsdatum muss nicht angegeben werden, wenn du auf die Kühlpflicht ab dem 18. Tag nach dem Legen hinweist
- Du musst das Legedatum oder das Mindesthaltbarkeitsdatum angeben (28 Tage nach Legen)
Wichtig: Die Eier müssen sauber und frei von sichtbaren Mängeln sein. Waschen ist nicht empfohlen, da die schützende Cuticula (natürliche Schutzschicht) entfernt wird.
Wochenmarkt und lokaler Verkauf
Auch auf Wochenmärkten in deiner Region darfst du als Erzeuger Eier direkt an Endverbraucher verkaufen. Hier gelten ähnlich einfache Regeln wie beim Hofverkauf, solange du die Eier selbst erzeugst und in der Region verkaufst.
Verkauf an Gastronomie oder Einzelhandel
Willst du Eier an Restaurants, Bäckereien oder Lebensmittelgeschäfte liefern, gelten strengere Regeln:
- Die Eier müssen nach Gewichtsklassen sortiert sein (S, M, L, XL)
- Es muss eine Güteklasse angegeben werden (Klasse A für frische Eier)
- Jedes Ei muss mit dem Erzeugercode gestempelt werden
- Die Eier müssen mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen sein
- Es gelten erweiterte Hygienevorschriften (HACCP-Konzept)
Für die meisten Hobbyhalter ist dieser Weg zu aufwändig. Die Direktvermarktung ab Hof oder am Wochenmarkt ist deutlich einfacher.
Preise für Hofeier
Typische Preise für Eier aus Hobbyhaltung (Stand 2024):
- Freilandhaltung, konventionelles Futter: 0,40–0,60 € pro Ei (Größe M–L)
- Bio-Fütterung: 0,50–0,80 € pro Ei
- Besondere Farben (grün, dunkelbraun): 0,60–1,00 € pro Ei
- 6er-Karton: 2,50–5,00 €
- 10er-Karton: 4,00–8,00 €
Im Vergleich zu Bio-Eiern im Supermarkt (ca. 0,50–0,65 € pro Ei) liegst du damit im ähnlichen Bereich, bietest aber Frische und Transparenz.
Steuerliche Aspekte
- Einnahmen unter 600 € pro Jahr (Freigrenze für sonstige Einkünfte) sind steuerfrei
- Darüber hinaus müssen die Einnahmen in der Einkommensteuererklärung als Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft angegeben werden
- Umsatzsteuer: Unter der Kleinunternehmerregelung (22.000 € Jahresumsatz) fällt keine Umsatzsteuer an – für Hobbyhalter praktisch nie relevant
- Im Zweifelsfall: Steuerberater konsultieren
Hygienehinweise
- Eier kühl und trocken lagern – Kühlpflicht ab dem 18. Tag nach dem Legen
- Schmutzige Eier nicht waschen, sondern trocken abbürsten
- Gesprungene Eier nicht verkaufen
- Nestsauberkeit sicherstellen – tägliches Einsammeln und frische Einstreu in den Legenestern
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich eine Genehmigung, um Eier zu verkaufen?
Für den Eierverkauf ab Hof registrierst du deinen Betrieb beim zuständigen Veterinäramt. Eine aufwändigere Genehmigung brauchst du nicht, wenn du direkt an Endverbraucher verkaufst. Die Registrierung als Legebetrieb ist aber in jedem Fall Pflicht.
Muss ich die Eier stempeln?
Beim Direktverkauf ab Hof an Endverbraucher: Nein, du musst die Eier nicht stempeln. Erst wenn du an Wiederverkäufer (Geschäfte, Gastronomie) lieferst, ist die Stempelung mit dem Erzeugercode Pflicht.
Wie viele Hühner darf ich halten, ohne als Gewerbe zu gelten?
Es gibt keine feste Grenze. Entscheidend ist, ob die Hühnerhaltung als Liebhaberei oder als Erwerbstätigkeit gilt. Bis ca. 30–50 Hühner und geringem Umsatz wird in der Regel Liebhaberei angenommen. Bei Unsicherheit kläre dies mit deinem Veterinäramt und Steuerberater.
Fazit
Als Hobbyhalter mit wenigen Hühnern ist der Eierverkauf ab Hof unkompliziert: Veterinäramt registrieren, frische und saubere Eier anbieten, fertig. Strenger wird es erst, wenn du an Geschäfte oder die Gastronomie liefern willst.
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Kosten der Hühnerhaltung: Lohnen sich eigene Eier? →
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