
Welche Kräuter sind gesund für Hühner?
Kräuter können die Gesundheit deiner Hühner auf natürliche Weise stärken – von Oregano über Thymian bis Brennnessel. Erfahre welche Kräuter sich eignen und wie du sie richtig anwendest.
Kräuter sind eine natürliche und kostengünstige Möglichkeit, die Gesundheit deiner Hühner zu fördern. Viele Kräuter wirken antibakteriell, entzündungshemmend oder stärken das Immunsystem. In diesem Guide erfährst du, welche Kräuter besonders wertvoll sind und wie du sie am besten einsetzt.

Warum Kräuter für Hühner?
Kräuter haben in der Geflügelhaltung eine lange Tradition. Schon unsere Großeltern wussten, dass bestimmte Pflanzen die Tiergesundheit fördern. Heute bestätigt die Wissenschaft viele dieser Erfahrungen:
- Antibakterielle Wirkung gegen schädliche Keime im Darm
- Stärkung des Immunsystems durch sekundäre Pflanzenstoffe
- Natürliche Parasitenabwehr ohne Chemie
- Atemwegsunterstützung besonders im Winter
- Stressreduktion durch beruhigende Inhaltsstoffe
- Kostenlose Nahrungsergänzung aus dem eigenen Garten
Die 8 besten Kräuter für Hühner
1. Oregano – Das Wunderkraut Nr. 1
Oregano ist das wichtigste Kraut für Hühner und wird sogar in der professionellen Geflügelhaltung eingesetzt. Ausführliche Infos findest du in unserem Artikel Oregano für Hühner.
Wirkstoffe: Carvacrol und Thymol
Wirkung:
- Natürliches Antibiotikum
- Unterstützt die Darmgesundheit
- Kann kokzidienwidrig wirken
- Fördert die Futterverwertung
Anwendung: 1–2 % des Futters als getrocknetes Kraut beimischen
2. Thymian – Der Atemwegsspezialist
Wirkstoffe: Thymol, Cineol
Wirkung:
- Schleimlösend und befreiend für die Atemwege
- Antibakteriell und antiviral
- Hilft bei Erkältungssymptomen und Schnupfen
- Im Winter besonders wertvoll
Anwendung: Frisch anbieten, getrocknet ins Futter oder als Tee ins Trinkwasser
3. Brennnessel – Die Nährstoffbombe
Inhaltsstoffe: Eisen, Kalzium, Vitamin A, C und K, Kieselsäure
Wirkung:
- Fördert die Legeleistung durch hohen Nährstoffgehalt
- Stärkt das Immunsystem
- Unterstützt den Gefiederwechsel (Mauser)
- Reich an Eisen – gut gegen Blutarmut
Anwendung: Getrocknet und zerkleinert unters Futter mischen. Frische Brennnesseln erst welken lassen (keine Brennhaare mehr).
4. Knoblauch – Der natürliche Wurmschutz
Wirkstoffe: Allicin, Alliinase
Wirkung:
- Natürlicher Wurmschutz (unterstützend, kein Ersatz für Entwurmung)
- Stärkt das Immunsystem
- Antibakteriell und antiviral
- Kann die Darmflora positiv beeinflussen
Anwendung: 1 zerdrückte Zehe pro Liter Trinkwasser, 2–3 Mal pro Woche. NICHT überdosieren – zu viel Knoblauch kann den Eigeschmack beeinflussen.
5. Kamille – Die Beruhigende
Wirkstoffe: Bisabolol, Chamazulen, Flavonoide
Wirkung:
- Beruhigend und stressmindernd
- Entzündungshemmend – gut für Hautreizungen
- Unterstützt die Verdauung
- Kann in Legenester gelegt werden (beruhigende Wirkung auf Legehennen)
Anwendung: Als Tee ins Trinkwasser, getrocknet ins Legenest oder frisch im Auslauf
6. Lavendel – Der Insektenschreck
Wirkstoffe: Linalool, Linalylacetat
Wirkung:
- Beruhigende Wirkung auf gestresste Hühner
- Natürlicher Insektenschutz – Milben und Flöhe mögen den Geruch nicht
- Kann Federpicken reduzieren (Stressabbau)
- Aromatisch und angenehm im Stall
Anwendung: Getrocknet in Legenester und Einstreu, frische Zweige im Stall aufhängen
7. Salbei – Der Desinfektionshelfer
Wirkstoffe: Thujon, Campher, Cineol
Wirkung:
- Stark antibakteriell und antimykotisch
- Gut bei Atemwegsinfektionen
- Unterstützt die Verdauung
- Kann bei Durchfall helfen
Anwendung: Getrocknet ins Futter, als Tee oder frisch im Auslauf. Nicht in großen Mengen verfüttern (Thujon in hohen Dosen nicht unbedenklich).
8. Petersilie – Die Nährstoffquelle
Inhaltsstoffe: Vitamin C, Eisen, Kalzium, Beta-Carotin
Wirkung:
- Reich an Vitaminen und Mineralstoffen
- Fördert die Durchblutung
- Unterstützt die Nierentätigkeit
- Stärkt das Immunsystem
Anwendung: Frisch anbieten (Hühner lieben Petersilie!), gehackt unters Weichfutter
Kräuter richtig anwenden
Im Futter
- Getrocknet: 1–2 % des Futtergewichts als Kräutermischung
- Am besten unter Weichfutter oder feuchtes Legemehl mischen, damit es nicht aussortiert wird
- Regelmäßig wechseln – nicht immer dieselben Kräuter
Im Trinkwasser
- Kräutertee abkühlen lassen und als Trinkwasser anbieten
- Besonders gut: Kamille, Thymian, Oregano
- Tee täglich frisch zubereiten (Keimgefahr!)
Im Stall und Legenest
- Lavendel und Kamille in Legenester streuen
- Kräuterbündel im Stall aufhängen
- Frische Kräuter in die Einstreu mischen
Im Auslauf anpflanzen
Die beste Methode: Kräuter direkt im Auslauf anpflanzen! So können die Hühner selbst entscheiden, was sie fressen. Ideal sind:
- Oregano, Thymian, Salbei (vertragen Trockenheit)
- Petersilie, Brennnessel (leicht zu ziehen)
- Lavendel (mehrjährig und robust)
Tipp: Pflanze die Kräuter in Hochbeeten oder umzäunten Bereichen, sonst sind sie schnell abgefressen.

Kräuter, die du NICHT geben solltest
- Fingerhut (giftig!)
- Eibe (hochgiftig!)
- Goldregen (giftig)
- Herbstzeitlose (giftig!)
- Tollkirsche (giftig)
Hühner meiden giftige Pflanzen instinktiv, aber im Zweifelsfall lieber aus dem Auslauf entfernen.
Kräuter selbst trocknen und lagern
Die meisten Kräuter lassen sich einfach selbst haltbar machen:
- Ernten am besten am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist.
- Trocknen luftig und schattig – kopfüber gebündelt oder locker auf einem Tuch ausgebreitet. Direkte Sonne zerstört die wertvollen ätherischen Öle.
- Lagern dunkel und trocken in Gläsern oder Papiertüten – so bleibt die Wirkung bis zu einem Jahr erhalten.
So hast du auch im Winter, wenn im Garten nichts wächst, einen Vorrat für die Futterbeimischung. Wer keinen eigenen Garten hat oder gezielt dosieren möchte, greift zu getrocknetem Oregano in Futterqualität:

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Können Kräuter Medikamente ersetzen?
Nein. Kräuter sind eine Ergänzung, kein Ersatz für tierärztliche Behandlung. Bei ernsthaften Erkrankungen wie Kalkbeinen oder schwerem Parasitenbefall muss der Tierarzt ran.
Wie oft sollte ich Kräuter füttern?
3–5 Mal pro Woche als Futterbeimischung ist ideal. Kräutertee kann 2–3 Mal wöchentlich angeboten werden. Abwechslung ist wichtig.
Können Kräuter die Legeleistung steigern?
Indirekt ja. Gesunde Hühner legen mehr Eier. Besonders Brennnessel und Oregano können durch ihre nährstoffreiche Zusammensetzung die Legeleistung positiv beeinflussen.
Fressen Hühner Kräuter freiwillig?
Meistens ja – viele Hühner mögen Petersilie, Oregano oder Löwenzahn gern. Einzelne Tiere sind anfangs wählerisch. Untergemischt ins Weichfutter oder frisch im Auslauf angeboten, gewöhnen sie sich aber schnell daran.
Fazit
Kräuter sind eine wunderbare, natürliche Ergänzung für die Hühnerhaltung. Sie kosten wenig, sind einfach anzuwenden und können die Gesundheit deiner Hühner nachhaltig verbessern. Am besten fängst du mit Oregano an – dem wichtigsten Kraut für Hühner. Mehr zur richtigen Fütterung und allgemeinen Haltungstipps findest du in unserem Anfänger-Leitfaden.
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