
Marans Hühner: Alles was du wissen musst
Marans Hühner sind berühmt für ihre einzigartigen schokoladenbraunen Eier. Erfahre alles über Herkunft, Farbschläge, Legeleistung und die richtige Haltung dieser faszinierenden Rasse.
Marans Hühner: Die Rasse mit den schokoladenbraunen Eiern
Die Marans-Hühner gehören zu den faszinierendsten Hühnerrassen überhaupt – vor allem wegen ihrer außergewöhnlichen, schokoladenbraunen Eier. In diesem Artikel erfährst du alles über Herkunft, Haltung und die Besonderheiten dieser begehrten französischen Rasse.
Herkunft und Geschichte
Die Marans-Rasse stammt aus der gleichnamigen Hafenstadt Marans an der französischen Atlantikküste (Département Charente-Maritime). Im 19. Jahrhundert entstanden die ersten Marans durch Kreuzung einheimischer französischer Hühner mit importierten asiatischen Rassen wie Langshan und Brahma, die über den Hafen ins Land kamen.
In Frankreich ist die Rasse seit den 1920er-Jahren offiziell anerkannt. Die schokoladenbraunen Eier machten die Marans schnell berühmt. In Deutschland werden sie seit den 1970er-Jahren gezüchtet und sind beim BDRG mit mehreren Farbschlägen anerkannt.
Interessante Anekdote: Die Marans-Eier waren angeblich die Lieblingseier des britischen Geheimagenten-Erfinders Ian Fleming – er schrieb seinem Charakter James Bond eine Vorliebe für Marans-Eier zu.
Die berühmten schokoladenbraunen Eier
Das absolute Highlight der Marans-Rasse sind ihre einzigartig dunklen Eier:
- Eierfarbe: Schokoladenbraun bis dunkelrotbraun (Farbskala 4–9 nach dem französischen Marans-Club)
- Wie entsteht die Farbe?: In der Schalendrüse wird eine Pigmentschicht (Protoporphyrin) auf die Schale aufgetragen – sie lässt sich mit feuchtem Tuch leicht abreiben
- Eigewicht: 60–70 g (überdurchschnittlich groß)
- Schalenqualität: Besonders dicke, feste Schale – gut für den Transport
- Geschmack: Kein Geschmacksunterschied zu anderen Eiern
Eierfarbe im Jahresverlauf
Die Farbe der Marans-Eier ist nicht konstant: Zu Beginn der Legeperiode sind die Eier am dunkelsten. Im Laufe des Jahres hellt die Farbe auf, da sich die Pigmentreserven der Henne erschöpfen. Nach der Mauser im Herbst werden die Eier wieder dunkler.
Farbschläge der Marans
Die bekanntesten und in Deutschland anerkannten Farbschläge:
- Schwarz-Kupfer (am beliebtesten): Schwarzes Gefieder mit kupferfarbenem Halsbehang – diese Variante legt die dunkelsten Eier
- Gesperbert (Kuckucksmarans): Schwarz-weiß gestreiftes Gefieder
- Silber-Kupfer: Silberweiß mit kupferfarbenen Akzenten
- Weiß: Reinweißes Gefieder
- Schwarz: Komplett schwarzes Gefieder mit Grünglanz
- Weizenfarbig: Goldbraun (bei Hennen), dunkler bei Hähnen
Gewicht
- Hähne: 3,5–4 kg
- Hennen: 2,5–3 kg
Legeleistung
- 150–200 Eier pro Jahr (je nach Linie und Farbschlag)
- Schwarz-Kupfer Marans legen tendenziell die dunkelsten, aber etwas weniger Eier
- Legebeginn: Mit ca. 22–26 Wochen (etwas später als viele andere Rassen)
- Im Winter nachlassende, aber nicht komplett eingestellte Legeleistung
Wer zusätzlich zu braunen Eiern auch grüne Eier im Nest haben möchte, findet bei den Grünlegern und Araucana die passende Ergänzung.
Charakter und Verhalten
Marans haben einen eher eigenständigen Charakter, der sich von den sehr zutraulichen Sussex-Hühnern unterscheidet:
- Aktiv und lebhaft: Marans sind keine gemütlichen Stallhocker, sondern bewegen sich gerne
- Selbstständig: Weniger menschenbezogen als Sussex oder Brahma, aber freundlich und nicht scheu
- Gute Futtersucher: Nutzen den Freilauf effektiv und finden viel Futter selbst
- Relativ ruhig: Kein übermäßiges Gackern – nachbarschaftsfreundlich
- Wachsam: Hähne sind aufmerksame Beschützer der Herde
Haltung: Was brauchen Marans?
Auslauf und Freilauf
- Marans brauchen ausreichend Freilauf – sie sind keine reinen Stallhühner
- Ein Zaun von mindestens 1,50 m Höhe ist empfehlenswert, da Marans relativ gut fliegen können
- Eine Wechselweide ist ideal für diese aktiven Futtersucher
Stallbedingungen
- Trockener Stall ist Pflicht – Marans vertragen keine Staunässe
- Gute Belüftung, um Feuchtigkeit zu reduzieren
- Standard-Sitzstangen in 50–60 cm Höhe
- Die befiederten Läufe mancher Farbschläge brauchen trockene Einstreu
Winterhärte
Marans sind robust und winterhart. Durch ihren dichten Gefiederaufbau vertragen sie Kälte gut. Tipps für die kalte Jahreszeit findest du in unserem Artikel Hühnerhaltung im Winter.
Marans im Vergleich mit ähnlichen Rassen
Wer zwischen Marans und ähnlichen Rassen schwankt:
- Marans vs. Araucana: Marans legen dunkelbraune, Araucana grüne Eier. Zusammen ergibt das ein buntes Osternest!
- Marans vs. Barnevelder: Beide legen dunkelbraune Eier, Barnevelder sind oft etwas ruhiger
- Marans vs. Sussex: Sussex legen mehr Eier und sind zutraulicher, Marans haben die außergewöhnlichere Eierfarbe
Mehr Rassen im Vergleich findest du in unserem Artikel Die 10 besten Hühnerrassen für Anfänger.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum legen Marans schokoladenbraune Eier?
Die dunkle Farbe entsteht durch das Pigment Protoporphyrin, das in den letzten Stunden im Legedarm auf die Schale aufgetragen wird. Je mehr Pigment, desto dunkler das Ei.
Sind Marans Eier gesünder als andere?
Nein, der Nährwert ist identisch mit anderen Hühnereiern. Die Farbe hat keinen Einfluss auf Geschmack oder Inhaltsstoffe.
Sind Marans für Anfänger geeignet?
Bedingt. Marans sind robuste Hühner, aber etwas eigenständiger als typische Anfängerrassen wie Sussex. Wer eine pflegeleichte Rasse mit außergewöhnlichen Eiern sucht, ist mit Marans aber gut beraten.
Wie dunkel werden Marans-Eier?
Das hängt vom Farbschlag und der individuellen Henne ab. Schwarz-Kupfer Marans legen die dunkelsten Eier (Stufe 6–9 auf der 9-stufigen Farbskala). Gesperbert und Weiß legen tendenziell hellere Eier.
Fazit
Marans sind eine faszinierende Rasse für alle, die etwas Besonderes suchen. Die schokoladenbraunen Eier sind ein echter Hingucker auf jedem Frühstückstisch. Zusammen mit dem robusten, eigenständigen Charakter macht das die Marans zu einer begehrten Rasse für Hobbyhalter und Züchter.
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